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Informationsdienst

Infodienst Nr. 25 vom 22.06.2017

Gartenbaupolitik auf der IGA

ZVG Vorstand diskutiert gartenbaupolitische Themen mit dem Bundesausschuss für Ernährung und Landwirtschaft

(ZVG) Der Vorstand des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) diskutierte am 19. Juni 2017 seine Positionen zur Bundestagswahl 2017 und aktuelle gartenbaupolitische Themen mit dem Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft auf der Internationalen Gartenausstellung 2017 (IGA) in Berlin.

ZVG-Präsident Jürgen Mertz dankte den Fraktionen für Ihren Einsatz für den Antrag „Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsbau als innovativen Wirtschaftszweig stärken und zukunftsfest machen“ und die damit verbundene Wertschätzung für die Branche. Anhand jüngster Ergebnisse der ZVG-Geschäftsklimaumfrage machte er die aktuelle wirtschaftliche Situation des Gartenbaus deutlich. Allgemein habe die Branche einen guten Start in das Wirtschaftsjahr erfahren, erläuterte Mertz. Besonders der Zierpflanzenbau sei auf einem Rekordhoch. Die Aussichten für die kommenden Monate im Obstbau seien aufgrund der verheerenden Frostschäden im Frühjahr allerdings unbefriedigend. Hier fordert der ZVG politische Unterstützung bei der Entschädigung der betroffenen Betriebe. Diskutiert wurde auch über das Auftreten von Quarantäneschädigern. Auch hier gilt es, eine entsprechende Versicherungslösung zu finden.

Weitere Schwerpunkte der Diskussion lagen bei der Pflanzenschutzmittelzulassung und der Forschung, speziell nach Torfersatzstoffen. „Unsere Branche ist in erheblichem Maße direkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Dies hat sich beispielsweise bei den Spätfrösten im April dieses Jahres deutlich gezeigt. Nicht umsonst sind wir seit Jahrzehnten um klimaschonende Verfahren und Technik bemüht“ erklärt der ZVG-Präsident. Die Torfreduktion in der gartenbaulichen Produktion sei auch dem Gartenbau ein großes Anliegen. Ohne eine ausreichende Menge und Qualität an alternativen Ausgangsstoffen sei dies allerdings nicht möglich. Daher begrüße der ZVG das, von der Bundesregierung geplante, Forschungsprogramm zu Torfersatzstoffen.

Auch der aktuelle Stand zum Bundesprogramm zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau war Teil der Diskussion mit den Abgeordneten Die sehr gute Nachfrage bereits im ersten Jahr zeigt, dass es sich um ein wichtiges Programm für den Gartenbau handelt. Dieses gilt es fortzuführen.

„Die Bedeutung von Gartenschauen für eine nachhaltige grüne Stadtentwicklung wird am Beispiel der IGA einmal mehr deutlich. In Zeiten sich wandelnden Klimas und zunehmender Extremwetterereignisse brauchen wir die „grünen Lungen“ unserer Städte dringend“, betonte Mertz im Rahmen der begleitenden Führung über das Gelände der IGA.

Bildunterschrift/ Download: Foto: ZVG/ Markula
Im Rahmen der begleitenden Führung über das Gelände der IGA betonte Mertz die Bedeutung von Gartenschauen.
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IGA Berlin: Schüler erkunden den Friedhof je

Im Rahmen des IGA-Campus bieten Friedhofsgärtner Programme für Kinder und Jugendliche an

(ZVG/BdF) Kinderlachen auf dem Friedhof?! Dafür sorgt der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) aktuell auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 in Berlin. Seit Beginn der IGA im April nahmen bereits rund 450 Kinder und Jugendliche an den drei, vom BdF entwickelten, Unterrichtsmodulen teil. Am beliebtesten ist der Kurs "Geocachen: Auf den Spuren der Friedhofsgärtner", dicht gefolgt von "Bienenwerkstatt auf dem Friedhof" und "Insektenfriedhof".

„Unser Ziel ist es, dass die Kinder den Friedhof als vielseitigen Ort kennenlernen und positive Erlebnisse damit verknüpfen. Er ist nicht nur Ort der Trauer, sondern Lebensraum für Tiere und Pflanzen und erfüllt so ganz wichtige ökologische Funktionen in den Städten und Ballungsgebieten“, erklärt Birgit Ehlers-Ascherfeld, Vorsitzende des BdF. „Auch möchten wir Beteiligung im IGA-Campus erreichen, dass bereits die Jüngsten wissen, wie kreativ, naturverbunden und menschennah der Beruf des Friedhofsgärtners sein kann“, so Ehlers-Ascherfeld.

Im IGA-Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ beschäftigen sich die fünf bis 15-Jährigen auf praktische Weise mit den Themen Ökologie und Tierwelt auf dem Friedhof. Dabei setzen sie sich mit der Bedeutung von Trauern, Sterben und Erinnerung auseinander und lernen intensiv den Beruf des Friedhofsgärtners kennen.

Das Feedback bisher: Begeisterung bei Kindern und Lehrern.

Noch bis Mitte September veranstaltet der BdF seine 90-minütigen Programme. Von den insgesamt 32 angebotenen Terminen sind fast alle ausgebucht.

Die Programme sind über den IGA-Campus unter [Link herunterladen]
abruf- und buchbar.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos BdF
Ausgestattet mit GPS-Geräten suchen die Schüler verschiedene Standorte auf dem IGA-Gelände auf und beantworten Fragen zum Friedhof und zum Friedhofsgärtner.
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Während des anschließenden Rundgangs über den Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ tragen die Schüler die Ergebnisse der Gruppenarbeiten zusammen und können noch viele Fragen zur Grabgestaltung stellen.
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In diesem Kurs lernen die Kinder und Jugendlichen intensiv den Ort als Lebensraum für Bienen kennen – im praktischen Teil bauen die Schüler Wildbienenhotels unter Anleitung selbst.
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Große Goldmedaille der DBG für Wilhelm Böck

(ZVG) Der Vizepräsident des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), Wilhelm Böck, erhielt am 19. Juni 2017 die Große Goldmedaille der Deutschen-Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017.

Für „ein qualitativ hochwertiges und appetitanregendes Tomaten- und Kräutersortiment in schlichter und ästhetisch sauberer Präsentation“ ging die Medaille an Wilhelm Böck & Sohn KG Vaterstetten im Rahmen der Hallenschau „Strahlende Farben in der Blütenbucht“.

Für den gärtnerischen Wettbewerb „Gemüse- und Kräuter-Ausstellung“ hatte Böck eine Auswahl an Tomatensorten und ein Sortiment von Küchen- und Gewürzkräutern präsentiert.

Im Rahmen eines IGA-Besuchs mit dem ZVG-Vorstand und dem Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft wurden Böck Urkunde und Medaille feierlich überreicht.

Bildunterschrift/ Download: Foto: ZVG/ Markula
Ausschussvorsitzender Alois Gehrig, ZVG-Präsident Jürgen Mertz und ZVG-Vizepräsident Hartmut Weimann gratulieren Wilhelm Böck zur Goldmedaille. (v. l. n. r.: Gehrig, Böck, Weimann, Mertz)
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Sonderschau des Fachverbandes Raumbegrünung und Hydrokultur

116 Medaillen und Ehrenpreise auf der IGA Berlin 2017 vergeben

(DGG/ZVG) In der Blumenhalle auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 präsentieren sich in der 11. Schau „Durch tausendfach schimmerndes Grün“ Mitglieds-Unternehmen des Fachverbandes Raumbegrünung und Hydrokultur e. V.. Sie zeigen eindrucksvoll, wie Leben und Arbeiten mit Grün funktionieren kann. Vertikale Wandbepflanzungen oder große Schaupflanzen in Hydrokultur sind dekorativ und klimafördernd, mal im futuristischen Design, mal konventionell.

19 Aussteller aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien haben an dieser 11. Hallenschau teilgenommen. Aus Deutschland beteiligten sich unter anderem Betriebe aus Hamburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern, NRW, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Sie haben in diesem gärtnerischen Wettbewerb allein 62 Gold-, 30 Silber- und 19 Bronzemedaillen für Schaupflanzen, Installationen und Inszenierungen gewinnen können.

Vertikales Grün wird auf der trendsetzenden IGA in attraktiver Vielseitigkeit vom kleinen Wandbild über den Erdbeer-Ernte-Balkonteiler bis zur acht Meter breiten Schmuckwand aus 1415 Pflanzen für die Lobby eines Unternehmens gezeigt. Dabei kommen verschiedene Bewässerungssysteme zum Einsatz und, unerlässlich für die moderne Raumgestaltung, auch warmes LED-Licht.

Wie Großpflanzen auch kleine Räume größer wirken lassen, beweist der Einsatz von Schefflera, Dracaena reflexa oder Dracaena Hawaian Sunshine, die zum Beispiel die Ausstellergemeinschaft JAGO KUNSTSTOFF GmbH & Co.KG und Hydrokultur vom Niederrhein UG & Co KG präsentierte. „Für diese kreative und umfassende Ausstellung von qualitativ hochwertigen Hydrokultur-Pflanzen in einer sehr ansprechenden Gefäßauswahl“ gab es die Große Goldmedaille der DBG.

Fachjan Projects Plants aus Hartveldlaan konnten die Große Goldmedaille „für eine gelungene Auswahl an exklusiven Solitärgehölzen in unterschiedlichen Formen und Größen“ erringen. Mit seinen Gestecken in großer Farnvielfalt für fensterarme Flure und seinen Vorschlägen für Pflanzinseln im Loft hat sich Hermann Rothe Gartenbau GmbH eine Große Goldmedaille „für eine ideenreiche Präsentation von Grünpflanzen in Kombination mit verschiedenen Gefäßen“ sichern können.

Elegant und sehr dekorativ präsentierte sich Ulrich Pauer aus Magdeburg mit seinen hochwertigen Muschelschalen als Alternativen zu Kunststoffgefäßen. Für die Gefäße werden Muscheln erst beschnitten und dann auf Fiberglasrohlinge geklebt. Anschließend folgt das Polieren und Veredeln der Perlmuttstücke, das die Oberfläche schimmern lässt. In Kombination mit der richtigen Grünpflanze, zum Beispiel einer Alokasie, entsteht ein Designobjekt. Andere Aussteller gewannen Medaillen mit ihren Pflanzen: So die Hydro Böttle GmbH - sie durfte den Ehrenpreis des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen e. V. „für ein beeindruckendes lebendes Gesamtkunstwerk in hervorragender Ausführung und Pflanzenauswahl“ in Empfang nehmen.

Für die Standgestaltung, die nicht nur feine Muscheltöpfe in Szene setzte, errang Willi Höfer und Team aus Leipzig die höchste Auszeichnung der DBG. Gelobt wurde „die überaus gelungene engagierte Gestaltung und ausgewogene Raumaufteilung sowie überzeugende Stilführung im Detail.“

Florwerk aus Burg erhielt den Ehrenpreis des Fachverbandes Deutscher Floristen e. V. (FDF) für „Stachelröschen – die bezaubernde florale Interpretation des Märchenthemas und die äußerst phantasievolle Formgebung“ in der Inszenierung „Rosen-Märchen, die Geschichte von Dornröschen“.


Politische Meldung dieser Woche

EU-Liste über invasive Arten verabschiedet

ZVG reagiert mit großem Unverständnis auf Abstimmungsergebnis

Am 19. Juni 2017 tagte der Ausschuss der EU-Mitgliedstaaten zu invasiven Arten. Hier wurde über ein Update der bisher gültigen ersten Liste über unionsweite invasive, gebietsfremde Arten abgestimmt. Trotz vermehrter Kritik an der zweiten Liste durch verschiedene landwirtschaftliche Organisationen, wurde für die Aufnahme von gärtnerisch bedeutenden Sorten wie Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum in die EU-Liste gestimmt.

Am 19. Juni 2017 stimmte der Ausschuss der EU-Mitgliedstaaten über invasive Arten über ein erstes Update der EU-Liste über unionsweite invasive, gebietsfremde Arten ab. Der Ausschuss votierte für die Aufnahme von weiteren 12 Arten, unter diesen auch die gärtnerisch bedeutsamen Arten Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum.

Der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) sowie weitere Verbände, u.a. der landwirtschaftliche, europäische Dachverband Copa-Cogeca oder der europäische Baumschulverband ENA hatten deutliche Kritik an der Aufnahme dieser Arten geübt.

Der ZVG reagiert auf das Ergebnis mit großem Unverständnis. Generalsekretär Bertram Fleischer erklärt dazu: „Der Zentralverband Gartenbau ist seit Beginn der Verhandlungen über eine Verordnung zu invasiven, gebietsfremden Arten auf EU-Ebene mit den EU-Institutionen im Gespräch und im Austausch. Wir haben deutlich gemacht, dass eine Listung von Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt.

Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum entsprechen nicht den Kriterien wie sie in der Verordnung für invasive Arten mit unionsweiter Bedeutung gelistet sind. Da beide Pflanzenarten im Großteil der jeweiligen Unionsgebiete nicht winterhart sind, kann eine unionsweite Invasion bzw. Verdrängung anderer Arten ausgeschlossen werden. Entsprechend ist auch eine unionsweite Bedeutung nicht erkennbar. “

Die Entscheidung über die Listung von Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum muss laut ZVG zwingend revidiert werden. Beide Sorten sind von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für den gärtnerischen Fachhandel.

Außerdem ist es dringend erforderlich, die EU-Verordnung zu ändern und die Kriterien für die Listung von Arten schärfer zu fassen. Nationale Probleme müssen national gelöst werden. Die Verordnung muss das Subsidiaritätsprinzip achten. Dies ist derzeit nicht der Fall.


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