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Infodienst Nr. 26 vom 30.06.2017

Petunien-Sortimente gentechnikfrei

Züchter und Jungpflanzenbetriebe haben umfassende Testungen durchgeführt

(FGJ/ZVG) Nach dem unerwarteten Auftreten gentechnisch veränderter Petuniensorten im April diesen Jahres, setzen die Züchter und Jungpflanzenbetriebe auf Transparenz und Aufklärung. Sie haben ihre Petunien-Sortimente aufwendigen und umfangreichen Testungen unterzogen.

Der unerwartete Fund von gentechnisch veränderten Petunien durch die finnische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit (EVIRA) Mitte April hat die gesamte Branche überrascht.

Besonders betroffen und besorgt gemacht hat die Nachricht die, in der Fachgruppe Jungpflanzen organisierten, Züchter. Denn diese verwenden in ihrer Züchtung ausschließlich konventionelle, klassische Züchtungsmethoden.

Nachdem die Behörden in Deutschland und den Niederlanden über die Testergebnisse von EVIRA informiert hatten, wurden von den Züchtern und Jungpflanzenbetrieben umgehend die notwendigen Schritte eingeleitet, um den weiteren Verkauf der betroffenen Sorten zu stoppen. Kunden wurden direkt darüber und über die vorschriftsmäßige Vernichtung der betroffenen Sorten unterrichtet.

In der EU sind keine gentechnischen Petunien für den Anbau oder die Vermarktung zugelassen. Daher dürfen gentechnisch veränderte Sorten nicht angebaut oder verkauft werden. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass die Pflanzen nach den, von den Behörden, vorgegebenen Verfahren vernichtet werden. Die Pflanzen müssen so vernichtet werden, dass die Vermehrungsfähigkeit vollständig zerstört wird.

Parallel zum Verkaufsstopp und der Vernichtung der betroffenen Pflanzen haben die Züchter und Jungpflanzenbetriebe die Petunien-Sortimente auf gentechnische Veränderungen durch zertifizierte Labore analysieren lassen und alle positiv getesteten Sorten aus ihren Sortimenten eliminiert.

Um die Planung der Gartenbaubetriebe für die kommende Saison 2018 zu erleichtern, bieten die Züchter ihren Kunden Tabellen mit möglichen alternativen Petuniensorten an.

Die Züchtungs- und Jungpflanzenbetriebe bedauern die Vorkommnisse, die die Grüne Branche nachhaltig beeinflusst haben. Um so einen Vorfall möglichst nicht zu wiederholen, werden die Züchtungsprozesse auf den Prüfstand gestellt.

Transparenz und eine lückenlose Aufklärung des Sachverhaltes haben höchste Priorität. Verbraucher müssen weiterhin bedenkenlos Pflanzen kaufen können.


ISU-Exkursion nach Kirgistan begeistert Staudengärtner

Artenreiche Flora und endemische Besonderheiten auch 2018 entdecken

(ISU/ ZVG) Besonderheiten für heimische Gärten üppig wachsend am Naturstandort zu sehen, begeistert Pflanzenliebhaber. Eine Exkursion der Internationalen Stauden-Union (ISU) vom 18. bis 28. Juni 2017 nach Kirgistan verdeutlichte den 16 Teilnehmern zugleich anschaulich die optimalen Standortbedingungen dieser Pflanzen.

Der niederländische Botaniker Brian Kabbes und seine kirgisische Ehefrau Meerim Kozhoshova zeigten beispielsweise im Nationalpark Chong Kemin, in der Skazka-Wüstenlandschaft oder auch in einem kargen Canyon am großen Issyk-Kul-See die Bandbreite der umfangreichen Flora Kirgistans auf. Zahlreiche endemische Besonderheiten begeisterten ebenso wie Pflanzkombinationen von Dictamnus angustifolius und Aconitum karakolicum, von weißen Eremurus tianschanicus, Salvia sclarea var. turkestanica in Weiß und Rosa, weißen Alcea nudiflora und gelben Achillea wilhelmsii. Hügel mit gelbem Delphinium semibarbatum, von hohen Ligularia macrophylla gesäumte Bachläufe und verschwenderisch blühende Leontopodium fedtschenkoanum werden den Teilnehmern aus der Schweiz, Belgien, den Niederlanden, Schweden und Deutschland noch lange im Gedächtnis bleiben.

Vom 19. bis 29. Juni 2018 bietet die ISU diese Exkursion noch einmal an. Nähere Informationen und Anmeldung für die begrenzten Plätze unter info@isu-perennials.org.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: Banse
Die Stauden-Attraktionen am Wegesrand verlangsamten die Wanderungen: Angeregt bestimmten und fotografierten die Teilnehmer.
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Gesucht und gefunden: Diptam und Eisenhut in blühender Eintracht am Hang.
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Eremurus tianschanicus bis zum Horizont! Üppig zeigt sich die Steppenkerze, die in unseren Gärten als Besonderheit eher vereinzelt gesetzt wird.
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Podiumsdiskussion zur Zukunftsfähigkeit der grünen Ausbildung

"Digitalisierung in der Ausbildung: Verpasst die Branche den Trend?"

(BHGL/ VDL Ost/ ZVG) Haben grüne Berufe in der digitalen Arbeitswelt von morgen noch eine Chance oder werden sie von IT-Spezialisten verdrängt? Der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL) und der VDL-Landesverband Ost, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V. konnten am 26. Juni 2017 im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin mehr als 50 Gäste zu einer Podiumsdiskussion begrüßen.

Der Vizepräsident des BHGL, Prof. Uwe Schmidt, betonte in seiner Keynote, dass im internationalen Vergleich das Thema Digitalisierung hierzulande nur in geringem Maße in der grünen Hochschulausbildung verankert sei. "Hier besteht noch erheblicher Nachholbedarf!" stellte Schmidt fest. Gleichzeitig wünschte er sich mehr Technikinteresse und -verständnis bei den Studierenden selbst.

Die Teilnehmer, der von der Agrarjournalistin Julia Reinhardt moderierten Podiumsdiskussion, stimmten überein, dass das Fach Digitalisierung stärker in die Lehr- und Ausbildungspläne der Hochschulen verankert werden müsse. Darüber hinaus gebe es erhebliche Defizite in der personellen und technischen Ausstattung sowohl an den Berufs- als auch den Fach- und Hochschulen.

Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) unterstützt die Arbeit der Hochschulverbände und so auch diese Veranstaltung.


12. Hallenschau auf der IGA Berlin 2017

Mittsommerfarben –Leuchtend blühende Stauden und Annuellen

(DGG/ZVG) Passend zur Jahreszeit zeigt sich die 12. Hallenschau auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 unter dem Motto „Mittsommerfarben“ in den Farben des Sommers. In Europa sind es in dieser Zeit die längsten Tage, die in skandinavischen Ländern und im Baltikum als Mittsommer bezeichnet werden. In der Dämmerung beginnen besonders weiße Pflanzungen zu leuchten.

Dem Gestalter Roth Floral Projects & Team aus Dortmund ist es gelungen, das maritime Thema der Halle besonders eindrucksvoll aufzunehmen. Die Gestalter um Hans-Werner Roth setzten die ausgezeichneten Exponate der Gartenbaubetriebe mit Beiträgen um, die an den Urlaub am Meer erinnern. Der Jury war dieser Beitrag eine Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) wert „für eine ästhetische, stimmige Interpretation der maritimen Themen in wellenbewegter Ausführung der Pflanzungen und traumhaften Farbspielen“.

Die Jury war so begeistert, dass sie zusätzlich den Ehrenpreis des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen e.V. für besonders bewegende Pflanzenkombinationen unter dem Titel „Wasser“, „Gischt“ und „Violettes Staudenbeet“ vergab.

Besonders umfangreich ist der Beitrag der Ausstellergemeinschaft Blumengroßmarkt Dortmund eG. Neben Sommerblumen wie Begonia, Cosmos, Petunia und vielen anderen sind Blumenampeln sowie Hydrangea in klein, mittel und groß zu bewundern. Mit Stauden in herrlichen Farben entstanden traumhafte Staudenbeete.

Die Jury zeichnete die Ausstellergemeinschaft mit der Großen Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) „für die hervorragende Kulturleistung von Containerstauden“ aus. Weiterhin vergab sie den Ehrenpreis des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen „für ein großes Engagement mit einem breiten Sortiment von blühenden Topfpflanzen und Stauden“ – so die Auslobung.

Die Jurgelucks GmbH aus Bad Lippspringe bereichert die blühende Farbenpracht mit attraktiven Gehölzen. Mit botanischen Raritäten von Ilex, Acer, Fagus, Taxus und Ginkgo biloba ´Pendula´ füllen sie die Halle nach oben hin gut aus und sorgen für ein harmonisches Raumgefühl. Die Jury vergab dafür eine Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DGB) für die Präsentation von botanischen Gehölzraritäten in einem breiten Spektrum.

Eine weitere Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) erhielt Rosen-Ruland aus Duisburg für ein vielfältiges Schnittrosen-Sortiment in einem großen Farbspektrum. Blau-violett ist die Rosa x Hybride ´Blue Sky´, die als Neueinführung vorgestellt wird. Eine weitere Neueinführung ist ´Adele´, eine weiße Rose mit rotem Rand.

Rieke Blumen aus Recke erhielt den Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für ein attraktives Staudensortiment in großer Stückzahl. Daraus zauberten Hans-Werner Roth und sein Team blau-weiße und bunte Pflanzbeete in gelb-rot-blauen Kombinationen mit weiß.

Die zehn Aussteller aus Nordrhein-Westfalen erhielten insgesamt 48 Gold-, 22 Silber- und 18 Bronzemedaillen. Hinzu kamen vier Große Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) und drei Ehrenpreise.


Meldungen aus Europa – Monat Juni

EU-Kommission: Registrierung von Drohnen soll EU-weit Pflicht werden

Wie Sicherheit und Umweltfreundlichkeit beim Betrieb von Drohnen in der ganzen EU gewährleistet werden können, hat die EU-Kommission am 16.Juni mit einem Konzeptpapier vorgestellt. Bis 2019 sollen alle Drohnen und deren Betreiber registriert, elektronisch identifiziert und ihr Betrieb räumlich eingegrenzt werden können. Der Vorschlag umfasst Drohnen mit einem Gewicht bis zu 150 Kilogramm in einer Höhe von bis zu 150 Meter reichenden Luftraum. Schwerere Drohnen unterliegen bereits geltendem EU-Recht.

Einer jüngsten Studie zufolge wird der Drohnenmarkt weltweit bis 2020 um 42 Prozent in der Präzisionslandwirtschaft steigen. Insbesondere bei Freilandkulturen kann die Technik präzise über Schädlings- oder Pilzbefall informieren und ganz gezielt Pflanzenschutzmittel- sowie Düngemitteleinsatz steuern und eine zielgenaue Ausbringung ermöglichen.


Agrar- und Umweltausschuss stimmen über Düngemittel-Verordnung ab: Positiver Ausgang für umhüllte Langzeitdünger

Am 30. Mai 2017 stimmten sowohl der Agrar- als auch der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes über ihre Stellungnahmen zum Entwurf für eine neue Düngemittel-Verordnung ab. Begrüßenswert war die Einführung einer klaren Definition von Mineraldüngern durch den Agrarausschuss.

Auch bei umhüllten Langzeitdüngern ist das Ergebnis sehr positiv: Agrar- und Umweltausschuss stimmten für die Abbaubarkeit von Polymeren in umhüllten Langzeitdüngern von 90 Prozent. Sie strichen jedoch die Frist der Abbaubarkeit von 24 Monaten, welche die EU-Kommission in ihrem Entwurf ursprünglich gefordert hatte.

Das Abstimmungsergebnis bei Kadmium-Obergrenzen fiel dagegen nicht zufriedenstellend aus. Eine kleine Mehrheit der Abgeordneten im Umweltausschuss stimmte für einen Grenzwert von 20mg/kg Phosphat.


Natura2000-Aktionsplan: Diskussion über ergebnisorientierte statt maßnahmenorientierte Direktzahlungen

Die Europäische Kommission will die Umsetzung der beiden Hauptinstrumente für den Naturschutz in der EU, der Vogelschutz- und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, verbessern. Sie hat dafür am 27. April 2017 einen Aktionsplan mit 15 konkreten Maßnahmen bis zum Jahr 2019 angenommen.

Zwei der konkreten Maßnahmen sind für den Bereich des Gartenbaus und der Landwirtschaft relevant. Zum einen die „Förderung von Synergien mit Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik“ (Maßnahme 9) sowie die „Erarbeitung von Leitlinien zur Förderung grüner Infrastruktur für eine bessere Konnektivität der Natura-2000-Gebiete“ (Maßnahme 12). Letztere Maßnahme ist u.a. deswegen bedeutsam, da die Herstellung eines europaweit „grünen Bandes“ zwischen Natura-2000-Gebieten potentiell Flächenverluste mit sich bringen könnte.

In der Maßnahme 9 sind nun ergebnisorientierte Zahlungen für Agrar-Umweltmaßnahmen vorgesehen, auch der Agrarministerrat hat sich für die Abkehr von maßnahmenorientierten hin zu ergebnisorientierten Zahlungen ausgesprochen.


Politische Meldungen dieser Woche

Verhandlungsergebnis der EU-Öko-Verordnung mangelhaft

ZVG kritisiert fehlende Harmonisierung in wichtigen Fragen

(ZVG) EU-Parlament, Rat und Kommission haben sich am 28. Juni 2017 auf einen eiligen Kompromiss im letzten Trilog zur Verordnung über biologischen/ ökologischen Anbau (EU-Öko-Verordnung) geeinigt. Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) kritisiert, dass eine Harmonisierung in wichtigen Fragen auch nach Einigung der EU-Institutionen vorerst nicht erreicht wurde.

Lange hatte im Rat der EU keine Übereinkunft zwischen den Mitgliedstaaten zu den noch offenen Fragen der EU-Öko-Verordnung erreicht werden können. Zu diesen gehörten u.a. die Importregelungen für Waren aus Drittstaaten, die Rückstandsgrenzwerte von Pflanzenschutzmitteln auf Bio-Produkten, der Anbau im Substrat unter Glas sowie die Kontrollverfahren für Bio-Anbau.

Der nun verabschiedete Kompromiss sieht für den Unterglasanbau im Substrat vor, dass nur Schweden, Dänemark und Finnland ihre Praxis des Anbaus im Substrat die nächsten 10 Jahre beibehalten dürfen. Allen anderen Mitgliedstaaten ist diese Praxis weiterhin nicht erlaubt. Nach 5 Jahren soll dieses Vorgehen durch die Kommission noch einmal überprüft werden und gegebenenfalls eine rechtliche Basis für den Anbau im Substrat unter Glas geschaffen werden. Die angestrebte Harmonisierung in diesem Bereich ist mithin vorerst nicht in Sicht.

Der ZVG kritisiert das Verfahren der langen Trilogverhandlungsphase sowie den nun eilig erzielten Kompromiss. Das angestrebte Ziel der Harmonisierung für den Unterglasanbau sei verfehlt.

ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer erklärt dazu: „Seit Beginn des Gesetzgebungsprozesses haben wir deutlich gemacht, dass wir die Vorschläge zu 0-Grenzwerten bei nicht zugelassenen Wirkstoffen kritisch sehen. Der Anbau im Substrat unter Glas muss in allen Mitgliedstaaten möglich sein. Dass nun gerade die für uns wichtigsten Punkte aus den Verhandlungen de facto ausgeklammert wurden, weil eine Einigung hier nicht mehr absehbar war, ist äußerst bedenklich und aus Sicht der Wettbewerbsgleichheit im EU-Binnenmarkt nicht hinnehmbar“.


Stoffstrombilanzverordnung im Deutschen Bundestag verabschiedet

ZVG begrüßt die Verschonung der Gartenbaubetriebe

(ZVG) Am Donnerstag, 29. Juni 2017 verabschiedete der Deutsche Bundestag nach langwierigen und intensiven Verhandlungen die Stoffstrombilanzverordnung. Diese gibt die Regelungen zur Erfassung der Nährstoffströme auf Betriebsebene vor und soll ab 1. Januar 2018 in Kraft treten. Zunächst gilt die Verordnung nur für bestimmte viehhaltende Betriebe, soll aber ab 2023 auf alle landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebe ausgeweitet werden.

Der Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), Bertram Fleischer, erklärt dazu: „Der ZVG begrüßt, dass Betriebe des Gemüsebaus, Obstbaus oder auch Baumschulen zunächst kaum betroffen sind und keine Stoffstrombilanz erstellen müssen. Die Einbindung der Zukaufschwelle von 750 kg N Gesamtstickstoff aus Wirtschaftsdüngern in den Verordnungstext entspricht unseren Forderungen“.

Eine Evaluierung soll bis spätestens 31. Dezember 2021 klären, ob die Wirksamkeit der Vorschriften gegeben und die Kostenbelastung der Wirtschaft vertretbar ist. „Wichtig“, so Fleischer, „ist auch, dass überprüft wird, ob die Ausweitung ab 1. Januar 2023 auf alle Betriebe weiter eingegrenzt werden kann. Andernfalls wären auch Zierpflanzen-, Gemüse-, Obst- und Baumschulbetriebe betroffen, sofern sie entweder über 20 ha bewirtschaften oder aber Wirtschaftsdünger einschließlich Kompost zuführen“.

Die Erstellung einer Stoffstrombilanz wird zu weiterem erheblichen zeitlichen und bürokratischen Aufwand für betroffene Betriebe führen. Die Zustimmung des Bundesrates zur Verordnung steht noch aus.


Gesetz zu invasiven gebietsfremden Arten verabschiedet

ZVG begrüßt Rechts- und Planungssicherheit für Betriebe

(ZVG) Mit Beschluss vom 29. Juni 2017 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zu invasiven gebietsfremden Arten verabschiedet. Das Gesetz regelt die Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten.

Mit dem Gesetz werden vor allem die Zuständigkeiten in Deutschland festgelegt, da die EU-Verordnung schon die maßgeblichen Regelungen enthält. Laut EU-Verordnung dürfen gelistete invasive Arten – nach einer Übergangszeit - nicht mehr gehandelt, gezüchtet oder vermarktet werden. Die erste Liste enthält 37 Arten, davon 14 Pflanzenarten. Für den Vollzug ist das Bundesamt für Naturschutz zuständig. Das Gesetz enthält nun eine Verordnungsermächtigung zur Erstellung einer nationalen Liste invasiver Arten.

Zudem können mit der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes mit einer Verordnungsermächtigung bundeseinheitlich Vorkommensgebiete für gebietsheimische Gehölze und Saatgut festgelegt werden.

Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt, dass mit der getroffenen Festlegung Rechts- und Planungssicherheit hergestellt wird. Damit habe sich die Politik einer schwierigen Entscheidung gestellt und nach gründlicher Abwägung eine Festlegung getroffen, die nunmehr in Deutschland für ein einheitliches Vorgehen sorgt. Dies sei angesichts des intensiven innerdeutschen Handels positiv zu bewerten.


Keine Patente auf pflanzliches Material

ZVG begrüßt Entscheidung des Europäischen Patentamtes

(ZVG) Am 28. und 29. Juni 2017 hat der Verwaltungsrat des Europäischen Patentamtes (EPA) die, im November 2016 veröffentlichte, Klarstellung der EU-Kommission zur Nicht-Patentierbarkeit von Produkten aus im Wesentlichen biologischen Verfahren zur Umsetzung in die Verwaltungspraxis des EPA angenommen.

Eine Umsetzung dieser Entscheidung wird laut EPA bereits ab dem 1. Juli 2017 erfolgen. Geändert wird dann die Ausführungsordnung zum Europäischen Patentübereinkommen (EPÜ), die dem deutschen § 2 a Patentgesetz (PatG) entspricht.

Seit der sogenannten Brokkoli II-Entscheidung der Großen Beschwerdekammer des EPA war eine solche Anpassung der Erteilungspraxis intensiv diskutiert worden.
Bertram Fleischer, Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) zeigte sich erfreut über die nun endlich erfolgte Klarstellung durch das EPA: „Durch die Entscheidung wird die Patentierung von Pflanzen, die mit im Wesentlichen biologischen Verfahren hergestellt werden, endlich Vergangenheit sein. Dies ist für unsere Gärtner und Züchter eine große Erleichterung und entspricht unserer Forderung. Wir haben stets darauf hingewiesen, dass der Sortenschutz ein ausreichendes Instrument ist. Er ist das primäre Schutzrecht für Pflanzensorten“, erklärt Fleischer.

Der im Sortenschutz verankerte Züchtungsvorbehalt erlaubt die Züchtung mit geschützten Pflanzensorten und eine grundsätzlich freie Vermarktung der auf diese Weise neu gezüchteten Pflanzensorten. „Pflanzenzüchtung und neue Pflanzensorten bilden die Grundlage für Innovationen im Gartenbau und sind Motor für den Züchtungsfortschritt“, so Fleischer weiter.


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