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Infodienst Nr. 40 vom 28.09.2017

Runder Tisch Pflanzenschutz und Gartenbau

ZVG fordert Fortschritte bei der Harmonisierung der Pflanzenschutz-Zulassung

(ZVG) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) lud den Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) am 26. September 2017 zu einem Runden Tisch „Pflanzenschutz und Gartenbau“ ein. Hintergrund sind die Schwierigkeiten im Bereich Harmonisierung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Clemens Neumann, Abteilungsleiter im BMEL, betonte, dass die Grundlagen dafür das geltende Pflanzenschutzrecht mit der EU-Zulassungsverordnung 1107/2009 und das Pflanzenschutzgesetz sind. Auf dieser Basis setzen sich das BMEL und die beteiligten Behörden für Verbesserungen ein.

ZVG-Präsident Jürgen Mertz fordert einen zügigen Abbau des Zulassungsstaus. „Wir brauchen die Vielfalt an Wirkstoffen und Pflanzenschutzmitteln, insbesondere für die gärtnerischen Kulturen. Nur so kann auch weiterhin integrierter Pflanzenschutz gewährleistet und Resistenzen vorgebeugt werden. Die Harmonisierung der Zulassung in Europa ist weiterhin nicht gegeben. Wir brauchen allgemein verbindliche Bewertungsverfahren“, erklärte Mertz.

Das BMEL verfolgt das Ziel, bis Jahresende den Antragsstau um 60 Prozent abzubauen. Im Bundeshaushalt 2018 ist dafür weiteres Personal vorgesehen.

Dr. Gregor Kral, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), erläuterte die Anstrengungen des BVL, auf europäischer Ebene die Bewertungsverfahren zu harmonisieren. Gleichzeitig arbeite man intensiv daran, die Verfahren innerhalb der vorgegebenen Fristen zu entscheiden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung steht ebenfalls intensiv mit den beteiligten Behörden im Austausch, um den Zulassungsstau zu bewältigen. Dr. Solecki betonte die Zusammenarbeit auf EU-Ebene, in der man an gemeinsamen Lösungen arbeitet.

Frau Dr. Waldow, zuständig für Lückenindikation im Julius Kühn-Institut (JKI), berichtete über den aktuell großen Antragstau. Dringende Verbesserung mahnte Christian Ufen, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau im ZVG, an.

Der Vorsitzende der Fachgruppe Obstbau im Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG), Jens Stechmann, verwies auf die kritische Entwicklung der Zulassungssituation im Bereich Insektizide. Ein Ansatzpunkt sei ein praxisorientiertes Risikomanagement.

Robert Pake, Bundesverband Zierpflanzen (BVZ), beklagte die fehlende Zulassung für Mittel, die in anderen Nachbarländern zur Verfügung stehen und forderte Verbesserungen in den Verfahren.
Niels Sommer, Bund deutscher Baumschulen (BdB) bat um Unterstützung des BMEL bei der Erstellung eines Argumentationsleitfadens, der Unternehmer bei weitergehenden Forderungen des Handels unterstützt.

Präsident Mertz dankte dem BMEL für die Initiative und die Unterstützung für Lösungen. Er begrüßte den Vorschlag seitens BMEL, ein weiteres Treffen im nächsten Jahr zu initiieren.


Grünberg-Zertifikat Raumbegrünung 2017 vergeben

Fünftägiges Seminar in der Bildungsstätte Gartenbau

(BGG/ FvRH) Bereits zum siebten Mal wurde vom 28. August bis 01.September 2017 die, von der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg organisierte, Fortbildung in der Raumbegrünung durchgeführt. Den, in Kooperation mit dem Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur entwickelten, Lehrgang haben in diesem Jahr weitere elf Teilnehmer erfolgreich abgeschlossen.

Themenschwerpunkte in der einwöchigen Weiterbildung waren Standortfaktoren und deren Auswirkungen auf die Innenraumbegrünung, Fragen zur Erfassung und Bewertung der nötigen Raumparameter und Pflanzenphysiologie. Weitere Inhalte waren Wasserqualität, Pflanzenernährung sowie die Biologie der Pflanzenschädlinge und die Pflanzensortimente für die Innenraumbegrünung. Alle Aspekte der Raumbegrünung, ob Landschaften im Raum, Wintergärten oder Pflanzen für Büros und Wohnräume wurden mit Einblick in Planung, Ausführung, Pflege und Marketing besprochen.

Die Referenten, Prof. Dr. Karl-Heinz Strauch, Berlin, Dr. Harald Strauch, Bad Nauheim, Lutz-Peter Kremkau, Holle und Jürgen Herrmannsdörfer, Würzburg begleiteten die, am Freitag erfolgte, schriftliche Prüfung. Anschließend führten sie ein persönliches Feedbackgespäch mit jedem Teilnehmer durch. Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs sind die Teilnehmer nun berechtigt, sich „zertifizierter Raumbegrüner“ des Fachverbandes Raumbegrünung und Hydrokultur zu nennen.

Bildunterschrift/ Download: Foto: Bildungsstätte Gartenbau
Nach einer anspruchsvollen Lernphase bestanden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Prüfung und tragen ab sofort den Titel „Zertifizierter Raumbegrüner“ des Fachverbandes Raumbegrünung und Hydrokultur.
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BDC beim Deutschen Obst- und Gemüsekongress 2017

(ZVG/BDC) Zum ersten Mal nahm der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) im Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) am 22. September 2017 am Deutschen Obst- und Gemüsekongress (DOGK) in Düsseldorf teil.

Mit dem Fachvortrag „Pilze Made in Germany, Nachhaltigkeit und Regionalität par Excellence“ des BDC-Vorsitzenden Michael Schattenberg trugen die Champignon- und Kulturpilzanbauer zum Programm bei. Christan Nacke, BDC-Mitglied, rundete mit dem Vortrag „Pilze ein Wachstumsmarkt“ das Thema passend ab. Dass die BDC- Verbraucherabsatzkampagne fruchtet, zeigt sich in der steigenden Nachfrage nach heimischen Pilzen. Champignons sind in die Liste der Top-Ten der deutschen Gemüsearten aufgestiegen.

Viele der 550 Fachbesucher nutzten die Gelegenheit, sich am neu konzipierten Stand des BDC über Pilze aus Deutschland zu informieren. Dabei kam vor allem die fachliche Erläuterung anhand einer Champignon-Kultur im Glas sehr gut an. „Mit diesem Schauglas können wir sehr gut zeigen, was sich hinter der Kultur der Pilze verbirgt“, erklärt Schattenberg.

Der DOGK wird jährlich gemeinsam von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), dem Fruchthandel Magazin und GS1 Germany veranstaltet. Der BDC war Goldsponsor des Kongresses.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos BDC
(v.l.n.r.) Dr. Ingo Braune vom Bundesministerium Landwirtschaft und Ernährung, BDC-Geschäftsführer Jochen Winkhoff und Peter Marseille, der Pilzbotschafter des BDC, im Gespräch vor dem neuen Stand auf dem DOGK in Düsseldorf
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Für „Pilze made in Germany“ stehen diese BDC-Mitglieder und ihre engagierten Mitarbeiter. (v.l.n.r.) BDC-Pilzbotschafter Peter Marseille, Dr. Torben Kruse, Alfred Evers, Marcel Minuth, Patrick Deckers, Andreas Wohlers, Matthias Surmann, Johannes Lücker und Christian Vogt.
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„Sundowners auf der Saxonia“

IGA Berlin 2017 - Gärtner aus Sachsen-Anhalt lassen den Herbst leuchten

(DBG/ZVG) Am 23. September 2017 erfolgte die feierliche Übergabe der Großen Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH und der Ehrenpreise des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, des Berliner Ministeriums für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen an die erfolgreichen Teilnehmer am gärtnerischen Wettbewerb der 25. Hallenschau auf der IGA Berlin 2017.

Sechzehn Aussteller aus Sachsen-Anhalt und vier Aussteller aus weiteren Bundesländern haben die 25. Länderschau mit Hunderten von Cyclamen, Calluna, Erica gracilis und Solitärsträuchern gestaltet. Die Sachsen bewiesen in dieser gärtnerischen Leistungsschau sowohl ihr Können in der Pflanzenzucht als auch in der Pflege.

Jahreszeitentsprechend leuchteten qualitätsvolle Alpenveilchen in allen nur denkbaren Rot-, Pink- und Rosétönen bis zu tiefem Violett – zum Teil mit zweifarbigen Petalen. Die Calluna kontrastierten mit hellgrünen Wedeln das farbenfrohe Blattspiel der rotlaubigen und hellgrünlaubigen Heuchera und Gräser. Die vertikale Gestaltung der Halle wurde von aparten Gladiolengestecken und Rittersporn in vielen Variationen bestimmt. Floristische Werkstücke mit Kürbis und Früchten in Körben, Kränzen und Hanging Baskets ergänzten die Herbstpracht.

Regionale Themen strukturierten die Halle und boten dem Publikum viele Bepflanzungsbeispiele mit Stauden, Beet- und Balkonblumen. Saale-Unstrut, die Region aus Wein und Stein, präsentierte sich in einem grün gesteckten Band aus Gläsern, Gräsern, Flaschen, Astwerk und Enzian. Auch der Wörlitzer Park erzählte seine Entstehungsgeschichte. “Sachsen-Anhalts schönste Flecken“ beschrieben Heidepflanzen wie die „Sächsische Ballonheide“ – ergänzt durch Sedum, Salbei und Heuchera. Sachsens Persönlichkeiten von Fürst Pückler bis Käthe Kruse wurden symbolisch mit Gestecken geehrt, die phantasievoll auf ein Spezifikum der Persönlichkeiten anspielten. Und natürlich traten sächsische Züchter auf, die sich auf eine Pflanze spezialisiert hatten: wie z. B. auf Capsicum, Erdbeeren oder Champignons, die anschaulich und publikumswirksam in verschiedenen Wachstumsphasen gezeigt wurden. Nicht zuletzt gab es Informationen über die Landesgartenschau 2018 in Burg. 15.000 Besucher haben sich am Sonnabend von der Pracht inspirieren lassen.


Meldungen aus Europa – Monat September

Obst und Gemüse an Schulen

Am 1. August 2017 wurde ein weiteres EU-Schulobst- und Gemüseprogramm zur Förderung gesunder Essgewohnheiten bei Schülern gestartet. In den teilnehmenden Schulen werden Obst, Gemüse und Milcherzeugnisse verteilt und ein spezielles Bildungsprogramm initiiert. Das Programm kann in der ganzen EU ab dem ersten Tag des Schuljahres 2017/18 umgesetzt und die Schülerinnen und Schüler täglich mit frischem Obst und Gemüse versorgt werden. Deutschland bekommt insgesamt eine Mittelzuweisung von etwa 37 Millionen Euro, von diesen entfallen 25 826 315 Euro auf Schulobst und –Gemüse und 10 947 880 Euro auf Schulmilch.
Das Bildungsprogramm zielt darauf ab den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung einer gesunden Ernährung zu vermitteln und ihnen zu erläutern, auf welche Weise Nahrungsmittel erzeugt werden.
Die Mitgliedstaaten können selber entscheiden, wie sie das Programm umsetzen. Zudem haben sie die Möglichkeit, den EU-Beitrag durch einzelstaatliche Beihilfen zur Finanzierung des Programms aufzustocken.
Der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) hat wiederholt auf die Bedeutung einer gesunden Ernährung mit frischem Obst und Gemüse aus saisonalem und regionalem Anbau hingewiesen. Der Verband unterstützt das Ziel des Schulobst- und Gemüse-Programms, junge Menschen mit vitaminreichen und nahrhaften Produkten zu versorgen und über eine ausgewogene Ernährung zu informieren.


Agrarminister tagen zum Thema Risikomanagement

Vom 3. bis 5. September 2017 trafen sich die EU-Agrarminister zu einer informellen Tagung in Tallin, der Hauptstadt Estlands. Die estnische Ratspräsidentschaft hatte vor allem zu Beratungen zu einer zukünftigen Strategie für Risikomanagement nach 2020 in der Landwirtschaft eingeladen.
Laut Agrarkommissar Phil Hogan steht eine stärkere Förderung des Risikomanagements in der Landwirtschaft unter Finanzierungsvorbehalt. Da das Budget der EU durch den Austritt Großbritanniens um mehrere Milliarden verringert werde, sind weitere Maßnahmen im Bereich Landwirtschaft derzeit nur schwer planbar. Trotz allem betonte Hogan, dass Maßnahmen zu Risikoabsicherung erforderlich seien. Estlands Landwirtschaftsminister, Tarmo Tamm, plädierte für den Aufbau von Investmentfonds, die in Teilen die Verantwortung für das Risikomanagement übernehmen sollten, sowie einen Grundversicherungsschutz zur Abfederung der landwirtschaftlichen Einkommensrisiken. Zudem sollten Versicherungen gegen klimabedingte Produktionsausfälle gestärkt werden. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sprach sich bei dem Ratstreffen für eine Stärkung des Risikomanagements der Landwirte aus. Der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) fordert seit Jahren staatlich geförderte Risikomanagement-Instrumente. Diese sowohl über die Möglichkeit einer Risikoausgleichsrücklage als auch innerhalb der neuen EU-Gesetzgebung zur Pflanzengesundheit. Zuletzt forderte der ZVG in der EU-Konsultation zu einer Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eine stärkere Ausrichtung der GAP Richtung Risikomanagement.


Politische Meldung dieser Woche

Pflanzenschutz, Energieeffizienz, Stadtgrün

ZVG-Präsident Mertz fordert von der Regierungskoalition gute Rahmenbedingungen für die Zukunft des deutschen Gartenbaus

(ZVG) Mit der Bundestagswahl am 24. September 2017 wurden die Weichen für eine neue Regierungskoalition gestellt. Der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) plädiert für eine gartenbaufreundliche Politik, um die wirtschaftliche Existenz der Betriebe sicherzustellen. ZVG-Präsident Jürgen Mertz erwartet den Erhalt des Agrarministeriums und erneuert die Forderung nach einer Verbesserung der Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln.

„Gartenbau ist Mittelstand. Deshalb erwarten wir von der neuen Bundesregierung eine Politik mit deutlichem Fokus auf die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen“, plädiert Mertz. „Wir mahnen nicht nur den Abbau bürokratischer Hürden als eine vornehmliche Politikaufgabe der neuen Koalition an. Darüber hinaus gebietet es die politische Vernunft, zusätzliche Belastungen an Steuern und Abgaben für die Unternehmen zu vermeiden.“ So betonte ZVG-Präsident Mertz noch einmal seine entschiedene Ablehnung einer LKW-Maut auf Bundesstraßen für LKW von 3,5 Tonnen. „Die Ausweitung würde zu einer erheblichen Mehrbelastung unserer Gartenbaubetriebe führen“, so Mertz.

Mertz erwartet, dass am neuen Kabinettstisch auch ein Agrarminister sitzen wird. „Wie auch immer der Zuschnitt aussieht, die Branche sieht weiterhin die Notwendigkeit eines eigenständigen Landwirtschaftsministeriums.“

Aus Sicht des Gartenbaus ist die deutliche Verbesserung der Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln eine vordringliche Aufgabe der neuen Hausleitung, so der ZVG-Präsident weiter. „Der Harmonisierungsgedanke des EU-Pflanzenschutzrechtes muss dringend auch in Deutschland umgesetzt werden. Wir benötigen eine Möglichkeit der Nutzung des Zulassungsrechtes ohne Verzögerung“.

Energieeffizientes Arbeiten hillft dem Klima als auch der Wettbewerbsfähigkeit der Gartenbaubetriebe. Darauf verweist Mertz im Zusammenhang mit dem erfolgreichen Bundesprogramm Energieeffizienz in Gartenbau und Landwirtschaft und plädiert für die Fortführung nach 2018.

Der Gartenbau steht mit seinen Dienstleistungen und Produkten für das, was Stadtgrün ausmacht. Urbanes Grün fördert die Biodiversität, mindert gleichzeitig die Klimafolgen und schafft gesunde Lebens- und Erholungsräume. „Die Verabschiedung des Weißbuchs Stadtgrün in der abgelaufenen Legislaturperiode war deshalb der richtige Schritt“, so Mertz. „Wichtig ist, dass das Thema auch in den kommenden vier Jahren auf der politischen Tagesordnung bleibt und der Bund an der konsequenten Umsetzung arbeitet.“

Abschließend verweist der ZVG-Präsident auf die notwendige Unterstützung der Betriebe bei der Risikovorsorge. Dies zeigen einerseits die Frostnächte dieses Jahres, die teilweise zum kompletten Ernteausfall im Obstbau führten, genauso wie das vermehrte Auftreten von Quarantäneschädigern. „Für die Absicherung solcher Risiken erwarten wir Hilfe der Politik bei wirtschaftlich tragbaren Lösungen“, verdeutlicht Jürgen Mertz die Position des Gartenbaus.


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