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Informationsdienst

Infodienst Nr. 46 vom 09.11.2017

„Der Gartenbau von morgen“

Erweiterter Vorstand des ZVG tagt vom 7. bis 8. November 2017 in Brüssel

(ZVG) Vom 7. bis 8. November 2017 tagte der erweiterte Vorstand des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) in Brüssel unter dem Motto „Gartenbau von morgen – GAP-Reform, Klimawandel, EIP-AGRI – was erwartet deutsche Gärtner?“ und begrüßte zahlreiche Gäste aus den EU-Institutionen, Landesvertretungen sowie aus der Industrie.

Unter dem Motto „Gartenbau von morgen – GAP-Reform, Klimawandel, EIP-AGRI – was erwartet deutsche Gärtner?“ veranstaltete der ZVG die Tagung des erweiterten Vorstandes und den parlamentarischen Empfang in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der EU.

Die geplante Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die aktuelle Situation im EU-Pflanzenschutz, Risikomanagementmaßnahmen, invasive Arten und Digitalisierung im Gartenbau waren Schwerpunktthemen der Tagung des ZVG in Brüssel.

Seine Position zu einer neuen Reform der EU-Agrarpolitik schilderte Dr. Peter Jahr, EU-Abgeordneter im Europäischen Parlament. Jahr machte deutlich, es sei wichtig, dass sich der ZVG an der Konsultation zur GAP-Reform beteiligt hatte und auch zukünftig weiter einbringe, um die Interessen des Gartenbaus in einer zukünftigen Agrarpolitik wiederzufinden.

Dr. Jens Schaps, Direktor für Gemeinsame Marktordnung und Agrarmarktanalyse aus der Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission, berichtete über die Planungen der EU-Kommission und des Agrarkommissars Phil Hogan für die Reform der GAP.

In seinem Beitrag stellte Martin Hannen, Referatsleiter Pflanzenproduktion im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen dar, wie sich Klimawandel und Schaderreger zukünftig auf den Produktionsgartenbau auswirken könnten. Er machte die Notwendigkeit der Prüfung von Modellen für Entschädigungszahlungen bei Pflanzenseuchen deutlich.

Zum aktuellen Stand bei der Verordnung über invasive, gebietsfremde Arten war Stefan Leiner, Referatsleiter Biodiversität bei der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission, eingeladen. Leiner berichtete, dass die nächste Erweiterung für die Liste in den Gremien zur Diskussion anstehe. Die vom ZVG vorgelegten wissenschaftlichen Studien zu Pennisetum setaceum würden im Dezember vom zuständigen Ausschuss geprüft. Die Teilnehmer äußerten sich kritisch zu der Verordnung und machten auf die negativen Auswirkungen für den Gartenbau aufmerksam. Leiner betonte die Notwendigkeit des Austauschs und Dialogs mit der gärtnerischen Branche.

Aus der gärtnerischen Praxis berichteten Markus Baumgärtner, Projektleitung Europäische Innovationspartnerschaften (EIP) „nachhaltiger Topfpflanzenanbau“ und Thomas Becker, Inhaber der Gärtnerei Kötterheinrich Hortensienkulturen und Mitglied im Verein Nachhaltige Zierpflanzenproduktion e. V.. Sie stellten das praxisnahe, EU-geförderte Projekt „Nachhaltiger Zierpflanzenanbau“ in Nordrhein-Westfalen vor.

Der erweiterte Vorstand des ZVG tagt jährlich einmal in Europas Hauptstadt, um sich mit EU-Abgeordneten, Beamten aus der EU-Kommission sowie Vertretern aus den Landesvertretungen der deutschen Bundesländer in Brüssel, Verbands- und Industrievertretern über aktuelle europapolitische Schwerpunkte auszutauschen.

Bildunterschrift/ Download: Foto: ZVG/ Markula
Unter dem Motto „Gartenbau von morgen – GAP-Reform, Klimawandel, EIP-AGRI – was erwartet deutsche Gärtner?“ lud der ZVG nach Brüssel ein (v.l.n.r.: Hannen, Bergschmidt, Becker, Baumgärtner, Mertz, Schaps).
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„Friedhöfe im Wandel – Mut zu neuen Perspektiven“

Friedhofsgärtner präsentieren aktuelle Projekte beim 7. Symposium der Reihe Stadtgrün des BMEL

(BdF/ZVG) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veranstaltete am 7. und 8. November eine Vortragsreihe zum Thema „Friedhöfe im Wandel – Mut zu neuen Perspektiven“. Rund 120 Experten, darunter zahlreiche Friedhofsgärtner, kamen in Berlin zum intensiven Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Friedhofswesen zusammen. Der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) beteiligte sich mit zwei Vorträgen zu den Themen „NaturRuh“ und zur Positionierung des Friedhofs als Raum für Erinnerungen.

Friedhöfe sind wichtige multifunktionale Orte mit hohem Freizeit- und Erholungswert sowie einer immensen ökologischen Funktion vor allem in städtischen Ballungsgebieten. So stellte die Staudengärtnerin und biologische Gutachterin Dr. Gisela Bertram heraus, dass die Dichte an Wildbienen und Schmetterlingen auf Friedhöfen besonders hoch ist. Reinhard Benhöfer, Umweltreferent des Landeskirchenamtes Hannover, ging auf die Korrelation zwischen Biodiversität und Wirtschaftlichkeit auf öffentlichen Friedhofsflächen ein. Je höher die Biodiversität, die beispielsweise durch Projekte wie Wildblumenwiesen aktiv gefördert wird, desto stabiler sind die wirtschaftlichen Zahlen. Dass Friedhöfe mit ihrer oft üppigen Vegetation Städte mit Frischluft versorgen, Schadstoffe abtransportieren und besonders an warmen Sommertagen Abkühlung bringen, stellte Dr.-Ing. René Burghardt aus Kassel heraus. BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld stellte das neue friedhofsgärtnerische Bestattungs-Konzept „NaturRuh“ vor. Sie erläuterte, wie die mit Nistkästen, Igelhäusern und Futterstellen ausgestatteten Staudenflächen würdevolle Bestattungen ermöglichen und gleichzeitig die biologische Vielfalt fördern. Es sollte zudem Anspruch jeder Kommune bei der Erfüllung der Daseinsvorsorge sein, den Bürgern bezahlbare Preise für Bestattungen im qualitativen Umfeld anbieten zu können. So äußerte sich Götz Stehr als Vertreter der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz e. V. (GALK) zum Thema kommunale Friedhöfe.

Anja Qayyum-Kocks und Manfred Freuken, beide zuständig für den Bereich Marketing bei den Friedhofsgärtnern, referierten über Aktionen auf dem Duisburger Friedhof Trompet. Die beiden Friedhofsgärtner führen dort regelmäßig Kinderaktionen durch und legen großen Wert auf individuelle und kreative Grabgestaltungen. Die friedhofsgärtnerische Werbekampagne „Raum für Erinnerung“ wird dort ebenso erfolgreich umgesetzt wie der seit Jahren existierende Memoriam-Garten.

In einer finalen Podiumsdiskussion sprachen die Beteiligten auch die Spannungsfelder an. Der steigende Gebührendruck, ein sinnvoller Umgang mit Überhang- bzw. Freiflächen auf Friedhöfen, der zunehmende Fachkräftemangel und die noch oft negative Wahrnehmung der Leistungen der Friedhöfe in der Öffentlichkeit waren dabei zentrale Punkte. Fazit der Diskussion war, durch eine nachhaltige Kommunikation des Mehrwertes von Friedhöfen an die Öffentlichkeit, durch die Suche nach Verbündeten und durch dauerhafte Lösungen bei den Gebührenfragen kann der Wandel auf den Friedhöfen Deutschlands positiv mitgestaltet werden. Ministerialrat Dr. Ingo Braune vom BMEL betont die Langfristigkeit der Aufgabe aller Akteure und Gewerke sowie der Politik.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: BdF
BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfed präsentiert das zukunftsweisende Konzept NaturRuh vor 120 Experten im Rahmen des Symposiums.
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Anja Qayyum-Kocks und Manfred Freuken stellten die Marketingaktionen auf dem Duisburger Friedhof Trompet sowie die Kampagne „Raum für Erinnerung“ vor.
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In einer finalen Podiumsdiskussion sprachen die Beteiligten neben den vielfältigen Funktionen von Friedhöfen auch die Herausforderungen an.
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MinR Dr. Ingo Braune rief dazu auf, auch den immateriellen Nutzen von Friedhöfen sichtbarer werden zu lassen.
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Qualitätszeichen Stauden - Zwölf Betriebe ausgezeichnet

Individuelle Besonderheiten kennzeichnen einzelne Betriebe

(ZVG/BdS) Unterschiedliche Kundenstrukturen, Betriebsgrößen und Produktionsschwerpunkte prägen die Staudenbetriebe im Erscheinungsbild. Die zwölf Staudengärtnereien, die bei der diesjährigen Prüfungstour erneut anerkannt wurden, eint ein hoher Anspruch in der Staudenkulturführung. Die 16 Prüfungskriterien beziehen sich auf Sortenechtheit, Mutterpflanzenquartier, Etikettierung und Qualität der Verkaufsbestände ebenso, wie auf Anwendung, Dokumentation und Lagerung von Pflanzenschutzmitteln und Düngern sowie Abfallbeseitigung. Das Qualitätszeichen können nur Mitgliedsbetriebe im Bund deutscher Staudengärtner beantragen.

Einige der geprüften Betriebe zeigen Besonderheiten auf. Ein Betrieb verzichtet ganz auf Herbizide und setzt stattdessen ein Heizwassersystem ein. Das Mutterpflanzenquartier wurde nach mehreren eigenen Versuchen mit einem geeigneten Mulch abgestreut. Den späten Saisonbeginn in Höhenlagen wendet ein anderes Mitglied des Bundes deutscher Staudengärtner zum Vorteil. Wer spät blühende Ware sucht, wird hier fündig. Beeindruckende Topfstraßen, neue Verkaufsgewächshäuser und moderne maschinelle Ausstattung sind vor allem in den Betrieben mit geregelter Betriebsnachfolge zu finden.

Den Mangel an Fachkräften im Verkauf kompensiert eine Staudengärtnerei beispielsweise dadurch, dass die Preiskategorie auf die Töpfe aufgedruckt wird. Somit kann auch ungelerntes Personal an der Kasse die Preise einscannen und eine Verwechslung wird vermieden.

2017 wurden folgende Staudengärtnereien von einem Expertenteam geprüft und mit dem Qualitätszeichen des Zentralverbandes Gartenbau e.V. ausgezeichnet:

Fehrle-Stauden GmbH, Schwäbisch Gmünd
Gropper Stauden, Waiblingen
Härlen Staudengärtnerei, Stelle
Häussermann Stauden + Gehölze GmbH, Möglingen
Michael Moll, Winterharte Gartenstauden, Leinfelden Echterdingen
Neuhoff Staudenkulturen, Rellingen
Schwermer Staudenkulturen, Holm
Stauden Müller, Tuningen
Stauden Röttger, Holm
Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin OHG, Sulzburg-Laufen
Staudenkulturen Tietgen, Halstenbek
Willi Tangermann e.K. - Staudenkulturen, Nordstemmen

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: BdS
Herbizideinsatz vermeidet diese Staudengärtnerei im Mutterpflanzenquartier durch das Mulchen mit Spelzen. Das ideale Mulchmaterial wurde zuvor selbst getestet.
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Auszubildende haben in diesem Betrieb eigene Beete angelegt und lernen somit auch die Verwendung von Stauden.
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Eine klar strukturierte Kulturführung, gute Etikettierung, unkrautfreier Bestand und hohe Qualität der verkaufsfertigen Bestände sind Kriterien zur Anerkennung als Qualitätszeichen führende Staudengärtnerei.
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