Informationsdienst

Infodienst Nr. 48 vom 23.11.2017

Frank Silze als FGJ-Vorsitzender wiedergewählt

Herbsttagung der Fachgruppe Jungpflanzen in den Niederlanden

(ZVG/FGJ) Vom 9. bis 11. November 2017 trafen sich die Mitglieder der Fachgruppe Jungpflanzen (FGJ) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) im niederländischen Zwijndrecht zu ihrer Herbsttagung mit Mitgliederversammlung. Im Mittelpunkt standen Betriebsbesichtigungen von FGJ-Mitgliedern, deren Hauptunternehmenssitz in den Niederlanden liegt.

Auf der Mitgliederversammlung wurde Frank Silze zum 5. Mal als Vorsitzender der FGJ einstimmig wiedergewählt. Im Namen der Mitglieder dankte ihm sein Stellvertreter Tobias Dümmen für sein schon nunmehr 13-jähriges Engagement als Vorsitzender.

In seiner Rede an die Mitglieder forderte Frank Silze mit Blick auf die nationale und die EU-Politik verlässliche Rahmenbedingungen ein. „Trotz neuer Regelungen zu Quarantäneschaderregern und zu invasiven Arten muss die Produktion und der Handel von Pflanzen weiterhin zu einem, durch die Unternehmen, auch leistbaren Aufwand möglich sein.“ so Silze. „Vor allem Jungpflanzenbetriebe benötigen Planungssicherheit, da Investitions- und Produktionsentscheidungen bereits Jahre vor dem Verkauf an die Gartenbaubetriebe getroffen werden“ erklärt Silze. Auch EU-Entscheidungen über die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln dürfen nicht wie aktuell emotional, sondern ausschließlich auf wissenschaftlicher Grundlage beruhen, mahnt der Vorsitzende an.

Auf der Mitgliederversammlung wurde außerdem Georg Kurz, Korschenbroich, als Vorsitzender des FGJ-Arbeitskreises „Qualitätsmanagement und Rechtsfragen“ einstimmig wiedergewählt. Zum neuen Kassenprüfer wählten die Mitglieder Wilhelm Westhoff, Südlohn.

Zu den Themen- und Diskussionsschwerpunkten in den drei FGJ-Arbeitskreisen gehörten die neuen Genome-Editing Methoden (Vortrag von Prof. Dr. Mibus-Schoppe, Hochschule Geisenheim), die Führung von Unternehmen mittels „Agile Führung“ (Vortrag von Prof. Dr. Karin Schnitker, Hochschule Osnabrück), Informationen zu aktuellen Entwicklungen in der Vermarktung aus Sicht von Landgard (Vortrag von Franz-Willi Honnen, Landgard) und Xylella fastidiosa (Vortrag von Gerhard Renker, Pflanzenschutzdienst NRW).

Die Betriebsbesichtigungen führten die Mitglieder in die Gartenbaubetriebe von Florensis, Schneider Jungpflanzen, Beekenkamp plants und VISSER Horti Systems.

Bildunterschrift/ Download: Foto: FGJ/ Gutberlet
In ihren FGJ-Ämtern neu- oder wiedergewählt (v.l.n.r.: Wilhelm Westhoff (Kassenprüfer), Georg Kurz (AK-Vorsitzender Q&R), Frank Silze (FGJ-Vorsitzender)).
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„Land der Träume“

52. Herbsttagung des deutschen Gemüsebaus in Heidelberg

(BfG/ZVG) Mit einer Anbaufläche von 120.900 Hektar und 6.600 Betrieben macht der Gemüseanbau 2016 in Deutschland 52 Prozent der gärtnerisch genutzten Flächen aus. Die Harmonisierung des Pflanzenschutzes, die Düngemittelverordnung, die zunehmenden Extremwetterereignisse und der steigende Siedlungsdruck auf stadtnahe Flächen sind bei den Gemüseanbauern immer wieder intensiv diskutierte Themen. Im Rahmen der 52. Herbsttagung der Bundesfachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und im Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) vom 16. bis 18. November 2017 in Heidelberg wurden diese Themen behandelt.

Gerhard Hugenschmidt, Präsident des gastgebenden Gartenbauverbandes Baden-Württemberg-Hessen (GVBWH), bezeichnete seine Region wegen der oft höheren Preise und des vermeintlich milderen Klimas als „Land der Träume“. Aber: „Der Weg in den Süden ist kurz. Importe aus zum Beispiel Italien sorgen ebenso für Druck auf die Betriebe, wie die ständige Konkurrenz um Ackerflächen. Dann kann aus dem Traum schnell ein Alptraum werden“, erklärte der Badener.

Dies bestätigte auch Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg. Nach den extremen Schäden durch Spätfröste in diesem Frühjahr will das Land den Betrieben mit 50 Millionen Euro helfen, die Folgen des Klimawandels durch technische Einrichtungen, wie zum Beispiel Frostschutz-Beregnung, abzumildern. Mit der Regionalkampagne „Natürlich von Daheim“ soll der heimische Anbau gefördert werden. Musterregionen für den Bio-Anbau werden gerade ausgeschrieben.

Dr. Michael Ernst, Staatsschule für Gartenbau, Hohenheim, brachte die aktuelle Lage im Gemüsebau gekonnt auf den Punkt. Oft seien zerstückelte Flächen eines der größten Probleme. Geschuldet sei dies der, im Süden vorherrschenden, Realteilung im Erbrecht. Als positives Beispiel brachte Ernst die Bio-Pioniere an, die häufig aus Baden-Württemberg kommen. Die Initiative zum kontrollierten Integrierten Anbau von Gemüse als umweltschonendes Anbauverfahren kommt aus diesem Bundesland.

Johannes Bliestle, Reichenau Gemüse eG, sprach über die Entwicklung der Insel Reichenau und das Wachstum durch Siedlungen außerhalb der Insel. Dabei zeigte er auf, wie schwierig es sein kann, geeignete Flächen für größere Projekte zu finden. Oft stoßen die Anlagen auf große Wiederstände in der Bevölkerung. Nur durch die Einbeziehung der vor Ort lebenden Menschen von Anfang an, sind die Siedlungen heute noch zu realisieren. Da ein Wachstum auf der kleinflächig aufgeteilten Insel Reichenau kaum noch möglich ist, müssen die Gärtner auf das „Festland“ ausweichen.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: Bundesfachgruppe Gemüsebau
Gute Stimmung bei den Gemüsegärtnern in Heidelberg, (v.l.n.r.: Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Präsident Gerhard Hugenschmidt, Christan Ufen, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau und Geschäftsführer Jochen Winkhoff).
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Blumen und Gemüsekörbe als Dank für Grußworte und Fachvorträge (v.l.n.r.: Uli Natterer, Dr. Michael Ernst, Präsident Gerhard Hugenschmidt, Geschäftsführer Jochen Winkhoff, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Vorsitzender Christian Ufen und Johannes Bliestle).
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Das Problem der letzten Meile

52. Herbsttagung der Bundesfachgruppe Gemüsebau in Heidelberg

(BfG/ZVG) Die letzte Meile, die Zustellung der frischen Produkte zum Verbraucher, ist zurzeit der Dreh- und Angelpunkt beim Onlinehandel mit frischen Produkten. Das wurde auf der 52. Herbsttagung der Bundesfachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und im Bundeausschuss Obst und Gemüse (BOG) am 17. November 2017 in Heidelberg deutlich.

Dr. Eva Stüber, Institut für Handelsforschung, Köln, machte deutlich, dass der Anteil der Frischeprodukte beim Onlinehandel derzeit bei rund drei Prozent liegt. Allerdings könnten frisches Obst und Gemüse, ähnlich wie im stationären Handel, Frequenzbringer sein, die vor allem junge, gutverdienende Menschen anspricht. Die Qualität der Produkte sei für diese Zielgruppe extrem wichtig.

Heidi Hecht, Grünes Medienhaus, Bonn, erklärte wie wichtig die sozialen Medien, wie zum Beispiel Facebook beim Onlinehandel sind. 71 Prozent der Online-Käufer lassen sich von Empfehlungen aus dem Netz beeinflussen. Diese Zahl gelte auch für den Fachhandel.

Mit seinem Impulsvortrag „Offen für Neues“ zeigte Bernd Hoffstedde, Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau, Heidelberg, welche Möglichkeiten junge Menschen heute in ihrer Ausbildung kennenlernen. „Der Gartenbau ist heute bereits hochtechnisiert, wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter“ erklärte der IT-Spezialist der Versuchsanstalt.

Steffen Hess, Fraunhofer IESE, Kaiserslautern, stellte mit dem „Digitalen Dorf“ ein Projekt vor, bei dem es mit Hilfe von Apps und Vernetzungen gelingen kann, die vermeintlich digital abgehängten ländlichen Regionen in das digitale Zeitalter zu transportieren. Dabei kann es mit dem Zusammenspiel verschiedener Lieferdienste auch gelingen, das Problem der berühmten letzten Meile zu lösen. Wenn sich verschiedene Lieferanten, wie beispielsweise Apotheken und Bäcker zusammentun, sei dies möglich.

Das Problem der letzten Meile versucht auch Peer Bentzen, EVP Business Development, Deutsche Post DHL Group, zu lösen. Viele Internetplattformen wollen zurzeit in den Onlinehandel mit Frischeprodukten einsteigen. Alle suchen dabei nach zuverlässigen Lieferanten für die letzte Meile. Neben der Verpackung, die die Ware schützen muss, beim Verbraucher aber nicht zu viel Müll erzeugen darf, ist die Lieferkette beim Onlinehandel das vermutlich wichtigste Thema.

Der Online-Handel mit Frischeprodukten ist sicher kein Markt für alle, aber für einige kann er eine Chance sein. Darüber herrschte Konsens zwischen Referenten und Gemüsegärtner im gut besuchten Forum.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: Fachgruppe Gemüsebau
Intensive Diskussionen zum spannenden Thema Onlinehandel in einer der Kaffeepausen bei der 52. Herbsttagung in Heidelberg.
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Frisches Gemüse für die Experten, deren Vorträge viel Stoff zum Nachdenken boten, (v.l.n.r.: Peer Bentzen, Dr. Eva Stüber, Christian Ufen, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau, Heidi Hecht und Steffen Hess.)
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Germes als stellvertretender Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau wiedergewählt

(BfG/ZVG) Theo Germes aus Geldern wurde einstimmig als stellvertretender Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und im Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) bestätigt. Damit sprachen die Delegierten dem Niederrheiner ihr Vertrauen für weitere drei Jahre auf der 52. Herbsttagung in Heidelberg aus.

Bildunterschrift/ Download: Foto: Fachgruppe Gemüsebau
Theo Germes wurde einstimmig als stellvertretender Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau bestätigt.
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„Friedhof hat auf Bundesgartenschauen eine große Tradition!“

12. BUGA-Café am 20. November 2017 in Heilbronn

(BdF/ZVG) Am 20. November 2017 fand in Heilbronn das 12. BUGA-Café unter dem Motto "Was kommt danach? Friedhof 4.0?" statt. Der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) war mit einem Vortrag zum Auftritt der Friedhofsbranche auf Bundesgartenschauen beteiligt. Weitere Referenten gaben einen Rückblick auf die Friedhofshistorie, stellten den künstlerischen Beitrag im Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ vor und gingen auf die Herausforderungen der Steinmetzbranche ein.

Birgit Ehlers-Ascherfeld, Vorsitzende des BdF, und Kirsten Binder, BdF-Geschäftsführung, machten den Gästen mit ihrem Rückblick auf die vergangenen Bundes- und Internationalen Gartenschauen sowie dem Ausblick zur BUGA Heilbronn Lust auf einen Besuch im Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“. Darüber hinaus zeigten sie kreative sowie individuelle Grabgestaltungen und stellten mit den Memoriam-Gärten und NaturRuh zwei Konzepte der Friedhofsgärtner vor, die erstmals auf einer Gartenschau der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Seit der Vorstellung auf der BUGA 2009 in Schwerin sind in Deutschland 78 Memoriam-Gärten entstanden. NaturRuh wurde dieses Jahr auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin vorgestellt und die ersten Anlagen befinden sich in der Planung.

Hanspeter Faas, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH, führte durch die Veranstaltung und machte deutlich, dass Friedhof auf Bundesgartenschauen eine große Tradition hat. Insbesondere betonte er die hohe Qualität der Grabgestaltungen im Wettbewerb der Friedhofsgärtner. Mit Blick auf die Umsetzung der friedhofsgärtnerischen Ideen im Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ erklärte Hartmut Weimann, ZVG-Vizepräsident und Aufsichtsratsmitglied der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH sowie erster Vorsitzender des Freundeskreises der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 e. V.: „Ich hoffe, dass die Anlage mit der besonderen Atmosphäre am Wasser die Aufmerksamkeit der Besucher erhält, die sie verdient.“

Weitere Informationen erhalten Sie unter [Link öffnen] und [Link öffnen]

Bildunterschrift/ Download: Foto: BdF/ Binder
Birgit Ehlers-Ascherfeld und Hartmut Weimann beim 12. BUGA-Café in Heilbronn
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Neue Herausforderungen in der grünen Branche

46. Osnabrücker Kontaktstudientage 2017

(ZVG/Hochschule Osnabrück) Mehr als 160 Studenten, Ehemalige und Professoren kamen am 10. und 11. November 2017 zu den 46. Kontaktstudientagen der Hochschule Osnabrück und des Freundeskreises Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. der Hochschule Osnabrück zusammen. Sie informierten sich zum Thema Ausbildung im Gartenbau und Spezialisierung in der Landschaftsarchitektur.

Die Tagungsbesucherinnen und –besucher nutzten die Kontaktstudientage, um gemeinsam über Wege der Nachwuchsförderung im Gartenbau nachzudenken. Zahlreiche Beiträge beleuchteten das Thema und gaben Impulse für die Ausbildung im deutschen Gartenbau. Beispielsweise sprach Helge Maylahn von den Ammerländer Junggärtnern über das Thema „Nachwuchs im Produktionsgartenbau - Wo drückt der Schuh?“. „Der Produktionsgartenbau hat damit zu kämpfen, junge Leute für die Ausbildung zu begeistern. Demgegenüber stehen die steigenden Anforderungen an die berufliche Ausbildung im Gartenbau aufgrund der zunehmenden Spezialisierung der Betriebe“, so Marc-Guido Megies, Vorsitzender des Alumni-Vereins „Freundeskreis Gartenbau und Landschaftsarchitektur“.
Margit Ebbinghaus aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zeigte unter dem Titel: „Auf der Suche nach Auszubildenden - Was Betriebe so alles (nicht) tun“ Lücken in der Nachwuchswerbung der Betriebe auf und gab Empfehlungen für besseres Handeln.
Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) war mit Frau Larisa Chvartman vertreten, die als Referentin für Bildung und Forschung die Folgen des demografischen Wandels auf die Zahl der Auszubildenden erläuterte. Sie gab dabei Einblicke in die ZVG-Nachwuchskampagne „Gärtner. Der Zukunft gewachsen.“, die sich an Schüler und Lehrer richtet.

Neben verschiedenen Fachvorträgen, Workshops und Posterpräsentationen fand in diesem Jahr erstmals eine gemeinsame Firmenkontaktmesse statt. Hier präsentierten sich 22 Unternehmen aus den Bereichen Gartenbau und Landschaftsarchitektur. Die Resonanz bei den Studierenden war gut. Ihnen wurde so die Möglichkeit zur ersten Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern geboten.

Im Rahmen der Kontaktstudientage verlieh der Vorstand des Freundeskreises Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. dem Hamburger Unternehmer Hanns-Jürgen Redeker für seine langjährige und erfolgreiche Arbeit im Bereich der Berufsbildung im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau die Osnabrücker Ehrenmedaille.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: Bettina Meckel/Hochschule Osnabrück
Große Resonanz bei der ersten gemeinsamen Firmenkontaktmesse Gartenbau und Landschaftsarchitektur.
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Die Studierende Viviane Krail, Laetitia Godineau aus dem Learningcenter der Hochschule Osnabrück und der Studierende Martin Braun laden Studierende ein, sich mit den Firmen auszutauschen.
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Machbarkeitsstudie für die BUGA 2031 Mittelrheintal vorgestellt

(DGG/ZVG) Am 17. November 2017 trafen sich auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein die Macher und Befürworter zur Vorstellung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die BUGA 2031 im Mittelrheintal.

Roger Lewentz, Staatsminister im Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz, Frank Puchtler und Dr. Marlon Bröhr, beide Vorsteher des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal, Thomas Metz, der Generaldirektor des GDKE und Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) präsentierten zusammen mit den Erstellern der Studie die Ergebnisse für alle Entscheidungsträger aber auch für die interessierte Öffentlichkeit. Sie wurde von RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, der ift Freizeit– und Tourismusberatung GmbH, dem Entwurfsbüro für Architektur und Städtebau, De Zwarte Hond GmbH und der Werbeagentur Runze & Casper GmbH erstellt.

Die Machbarkeitsstudie, die auf der 2016 vorgelegten Vorstudie basiert, konkretisiert die Fragen, wie eine BUGA auf einer Strecke von 67 Rheinkilometern über zwei Bundesländer, fünf Landkreise und 50 Gemeinden aussehen könnte. Sie beschäftigt sich intensiv nicht nur mit der Inszenierung der Schau, sondern mit dringend notwendigen Stadtsanierungen, der Modernisierung von Uferregionen wie der Inwertsetzung von Zwischenräumen im Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Die BUGA soll sich, laut Minister Lewentz, auf vier Ziele konzentrieren: Auf den Umbau zu einer modernen öffentlichen Infrastruktur, auf die Schaffung neuer, zukunftssicherer und qualifizierter Arbeit für junge Menschen, auf die Erhaltung und Entwicklung einer Baukultur, die in vielen öffentlichen und privaten Projekten den historischen Charme der Orte mit modernem Leben vereint und auf die Entwicklung barrierefreier, moderner und innovativer Geschäftsmodelle im Tourismus, der Gastronomie und Hotellerie.

Zu den drei Schwerpunkten BUGA 2031 gehören im nördlichen Teil der Bereich um Koblenz und Lahnstein, in der Mitte des Tals der Loreleyfelsen sowie St. Goarshausen und im südlichen Abschnitt der Niederwald in Rüdesheim sowie das Kulturufer in Bingen. Dort sind zentrale Ausstellungsflächen für Großveranstaltungen geplant. Ein Ziel des Mobilitätskonzeptes wird sein, Besucher mit flexiblen, schnellen Wassertaxis zu verschiedenen Ausstellungsorten zu bringen. An verschiedenen Orten am Mittelrhein könnten schwimmende Blumenhallen oder ein Badeschiff festmachen.

Je nach Jahreszeit stehen die drei Ausstellungsschwerpunkte besonders im Fokus: das nördliche Tal zur Kirschblüte, das zentrale Tal mit einer großen Blütenpracht und Wechselflor im Sommer und das südliche Tal mit den Weinbergen im Herbst. Die Uferbereiche von Lahnstein bis zum Rheinvorland in Braubach sollten ebenfalls ertüchtigt werden. Im zentralen Teil steht die Weiterentwicklung des Loreleyplateaus mit der Talanbindung im Mittelpunkt. Oberhalb von Rüdesheim soll in das Umfeld des Niederwalddenkmals und des Osteinschen Landschaftsparks investiert werden.

Minister Lewentz formulierte für die Zukunft: “Jeder Euro, der in BUGA-Projekte fließt, wird noch rund 25 Jahre nachwirken.“ Die BUGA wird nach seiner Meinung einen Modernisierungsschub für die Welt-Erbe-Region bringen. Auch Thomas Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz äußerte sich: „Wir sind kein Welterbe-Museum, sondern haben mit einer BUGA die Chance, das Tal auch für kommende Generationen lebendig zu erhalten.“ Lewentz zitierte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Die BUGA wird die Attraktivität des Flusstals so weit erhöhen, dass wir mit Boom-Regionen wie im Alpenvorland oder an der Ostsee locker mithalten können.“

Die Kosten sollen bei 108 Mio. Euro liegen, die Einnahmen bei 1,8 Mio. kalkulierten Besuchen bei 38,7 Mio. Euro. Die übrigen Kosten sollen die beteiligten Kommunen sowie die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen übernehmen. Nachhaltig wird man schon im kommenden Jahr mit Investitionen in die Infrastruktur starten. So soll im Rahmen der BUGA-Vorbereitungen der Hafenkran in St. Goarshausen saniert werden. Außerdem will man bis zur Eröffnung der BUGA den Ausbau von Breitband und mobilem Internet bzw. LTE-Hochleistungs-Mobilfunk vorangebracht haben. Am 28. November 2017 werden die Gemeinden im Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal über die 500 Seiten umfassende Studie beraten. Am 18. Januar 2018 soll die Bewerbung bei der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH eingereicht werden.

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Foto: Herbert Piel
Der rheinlandpfälzische Innenminister Roger Lewentz freut sich über die Vorstellung der Machbarkeitsstudie (v.l.n.r.: Jochen Sandner, Roger Lewentz, Claas Scheele, RMP Stephan Lentzen, Landschaftsarchitekten).
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Foto: DBG
Begleiter und Befürworter der BUGA 2031 Mittelrheintal bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie in Koblenz (v.l.n.r.: Claas Scheele, RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Minister Roger Lewentz, Rainer Zeimentz, Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, Jochen Sandner, Frank Puchtler und Dr. Marlon Bröhr, Landräte u. Vorsteher des Zweckverbandes Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal).
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Start zur Anmeldung für die 52. DGG & BHGL Jahrestagung

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(ZVG) Vom 28. Februar bis 03. März 2018 wird die 52. Gartenbauwissenschaftliche Jahrestagung der DGG und des BHGL an der Hochschule Geisenheim University stattfinden.

Das übergeordnete Generalthema der Jahrestagung lautet „Klimafolgen und Herausforderungen für den Gartenbau“. Untersuchungs- und Forschungsergebnisse aus allen gartenbaulichen Disziplinen werden in Workshops, Vorträgen und auf wissenschaftlichen Postern vorgestellt und diskutiert. Neben renommierten Gastrednern wird es den Workshop zum Thema „Genome Editing“ geben.

Zusätzlich zu den wissenschaftlichen Beiträgen steht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung ein abwechslungsreiches Zusatzprogramm wie ein Gesellschaftsabend im Rüdesheimer Schloss, Führung über den Campus, eine Weinprobe oder auch Exkursionen in einen Orchideenbetrieb und einen Pilzzuchtbetrieb zur Verfügung.

Weiteren Informationen zu Programm, Anmeldung und Wettbewerben erhalten Sie auf der Tagungshomepage:
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Politische Meldung dieser Woche

Pennisetum setaceum ‘Rubrum‘ ist nicht invasiv

ZVG fordert Klarstellung seitens der EU

(ZVG) Pennisetum setaceum ‘Rubrum‘ und andere rotlaubige Sorten gehören zu der eigenständigen Art Pennisetum advena und dürfen damit nicht als invasiv eingestuft werden. Dies bestätigte der amerikanische Gräserexperte Dr. Joseph Wipff dem Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG). Dieser hatte den Experten zur Bewertung des EU-Reports zu Pennisetum eingeschaltet. Die gärtnerisch wichtige Sorte Pennisetum setaceum ‘Rubrum‘ steht seit der Aufnahme der Art auf die EU-Liste invasiver Arten unter Verkaufsverbot.

Dr. Wipff stellte fest, dass die rotlaubigen Gräser Pennisetum advena Wipff & Veldkamp, Pennisetum macrostachys Brongn. und Pennisetum setaceum (Forssk.) Chiov, eigenständige Arten innerhalb der Familie Pennisetum sind. Der ZVG hatte sich mit dieser Aussage an die EU-Kommission gewandt und schnelle Klärung gefordert. Als eigenständige Art darf Pennisetum advena, nach Auffassung des ZVG, deshalb nicht als invasiv eingestuft werden. Das Wissenschaftliche Forum hatte die Entscheidung dazu auf der Sitzung am 9. November 2017 vertagt.

Nun liegt eine weitere Bestätigung zur Einordnung der Sorte ‘Rubrum‘ vor. In den Niederlanden wurden DNA-Analysen an der Wildart Pennisetum setaceum und an den Sorten ‘Rubrum‘, ‘Summer Samba’, ‘Sky Rocket’, ‘Fireworks’ und ‘Cherry Sparkler’ durchgeführt. Das Ergebnis zeigt eindeutig, dass sowohl die Sorte ‘Rubrum‘ als auch die anderen Sorten nicht zur Art Pennisetum setaceum sondern zu der Art Pennisetum advena gehören. Pennisetum advena ist in der EU nicht als invasive Art gelistet und nicht von den Verboten der Verordnung über invasive Arten betroffen.

Am 5. Dezember 2017 wird in Brüssel der Verwaltungsausschuss über Invasive Arten tagen. ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer fordert hierzu: „Pennisetum ist eine gärtnerisch wichtige Kultur. Die eindeutige Sachlage gilt es zu würdigen. Die EU muss eine klare Entscheidung zu Pennisetum advena treffen. Nur so können Planung und Produktion der Jungpflanzenbetriebe endlich fortgesetzt werden.“


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